Lichthof - ehemalige Strohhutfabrik Silberberg & Mayer

Wikipedia über die ehemalige Strohhutfabrik Silberberg & Mayer
Die Ehemalige Strohhutfabrik Silberberg & Mayer ist ein denkmalgeschütztes Gebäude in Köln-Sülz.Beschreibung
Die an der Lotharstraße 14-18 gelegene viergeschossige Vierflügelanlage mit Backsteinverkleidung wurde in den Jahren 1912-13 nach Plänen von Peter Gärtner und Josef Berns in Stahlbetonskelettbauweise errichtet. Die einzelnen Flügelbauten sind um einen weiß gefliesten Oberlichtsaal im Erdgeschoss angeordnet. Die Backsteinfassaden mit Kunststeinelementen sind stilistisch an den niederrheinisch-holländischen Barock angelehnt, die Bauweise ermöglichte eine funktional-flexible Nutzung.Geschichte und Nutzung
Das Gebäude der jüdischen Fabrikantenfamilie wurde 1938 in der Zeit des Nationalsozialismus von der Stadt Köln übernommen, die es 1940 gegen Gelände in der Innenstadt (Gereonshof 6 und ehemaliges Kaiser-Wilhelm-Gymnasium) dem Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds eintauschte, der das Gebäude dem Preußischen Staat für die Staatliche Mädchenoberschule, der früheren und nach dem Zweiten Weltkrieg wieder so benannten Hildegardisschule überlies.Ab Oktober 1943 wurde im Dachstuhl des Gebäudes ein Zwangsarbeitslager eingerichtet. Hier waren ca. 120 Zwangsarbeiter aus der Ukraine untergebracht. Die Arbeitsgemeinschaft Eisen und Metall organisierte für metallverarbeitende Unternehmen die Umschulung ausländischer Arbeiter, die in wenigen Wochen angelernt wurden und später in verschiedenen Industriebetrieben im Raum Köln oder im Kölner Umland eingesetzt wurden.

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Ihren Platz nahmen dann Teile der späteren Fachhochschule Köln ein. Heute nutzen das Gebäude unter anderen die Rheinische Musikschule Köln, Regionalsschule Köln-Sülz sowie eine Reihe von Künstlern, den Ateliers-Lichthof.
Literatur
Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Nordrhein-Westfalen I. Deutscher Kunstverlag 2005, S. 831, ISBN 978-3-422-03093-0.Quellen
(Sabine Würich.) Das Gedächnis der Orte, Spuren nationalsozialistischer Verbrechen in Köln, S. 91(Otto Leggewie, Albert Faure.) 1860 1960, 100 Jahre Staatliches Apostelgymnasium Köln, S. 34 ff
Der grüne Krake
Mächtige Schlingpflanzen vor der alten Hutfabrik
Nicht umsonst tragen Glyzinien auch den Beinamen »Grüner Krake«. Wer sich die mächtigen, gewundenen Arme anschaut, der glaubt sofort, was über sie geschrieben steht: dass sie nämlich ohne Probleme Regenrinnen und Abflussrohre zerdrücken. Die vor allem in Asien beliebte Schlingpflanze wächst bis in 30 Meter Höhe und ist gefürchtet für ihre würgende wie sprengende Kraft, die sie vor allem in Mauerritzen entfaltet. Dass die Wisteria -- oder der Blauregen, wie das Gewächs auch genannt wird – außerdem zu den Giftpflanzen zählt, sollte sie eigentlich endgültig an den untersten Rand der Beliebtheitsskala drücken.Aber die beiden Exemplare an der Sülzer Lotharstraße demonstrieren eindrucksvoll die Faszination, die zugleich von Glyzinien ausgeht. Wie gigantische Muskelstränge winden sich die Strünke umeinander, kräftige Sehnen und Adern scheinen daraus hervorzuwachsen. Wer genauer hinsieht, erkennt einzelne Stränge, die sich mangels anderer Kletterhilfen um ihre eigenen Brüder geschlängelt haben, um bald darauf selbst überwachsen zu werden. Das daraus entstandene dschungelartige Geflecht dominiert heute den gesamten Eingangsbereich jenes Gebäudes, das einst als Strohhutfabrik errichtet wurde.
Der noch immer imposante Backsteinbau entstand 1911-13 nach Plänen von Peter Gärtner und Josef Berns. Die vier Flügel umfassen bis heute einen groß angelegten Oberlichtsaal, in dem ursprünglich die Näherinnen arbeiteten. 1938 musste die jüdische Fabrikantenfamilie das Gebäude an die Nationalsozialisten abtreten, die im Dachgeschoss ab 1943 ein Zwangsarbeiterlager unterhielten. Nach dem Krieg und bis 1961 waren hier das Apostel- und das Hildegardis-Gymnasium (heute: Hildegard-von-Bingen-Gymnasium) provisorisch untergebracht, bevor beide in Neubauten umzogen. Wer hingegen heute die von Glyzinien überwucherte Pergola durchschreitet, betritt eine Zweigstelle der Rheinischen Musikschule.
Mit freundlicher Genehmigung aus Bernd Imgrund "111 Kölner Orte die man gesehen haben muss", Band 2, Kapitel 37, Seite 82, Emons Verlag 2010, ISBN 978-3-89705-695-4
Weitere Ansichten des Gebäudes
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